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Airfryer Test 2026: Welche Heissluftfritteuse macht die besten Pommes?

Airfryer Test 2026: Welche Heissluftfritteuse macht die besten Pommes?

Sieben Heissluftfritteusen, fünf Testgerichte, vier Wochen Dauertest. Das Ergebnis? Keins der Geräte ist wirklich schlecht. Aber die Unterschiede zwischen “ganz okay” und “verdammt gut” sind grösser als man denkt.

Die Erwartung vor dem Test war klar: Die Billigmodelle unter 80 Euro fallen sofort durch. Falsch. Ein Gerät für 89 Euro hat den dreimal so teuren Konkurrenten bei Pommes geschlagen. Aber der Reihe nach.

Wie wir getestet haben

Jedes Gerät musste fünf identische Aufgaben bestehen, jeweils dreimal wiederholt. Keine Sonderbedingungen, keine Laborsituation. Normale Küche, normaler Strom, normale Zutaten aus dem Supermarkt.

Die fünf Testdisziplinen:

Tiefkühl-Pommes (400g McCain Classic, 200°C): Bewertet nach Knusprigkeit, Gleichmässigkeit und ob unten im Korb labbrige Exemplare übrig bleiben. Das ist der Test den jeder zuhause sofort nachstellen kann und der am meisten über die Hitzeverteilung verrät.

Frische Hähnchenschenkel (2 Stück, mit Paprika und Knoblauch gewürzt): Bräunung der Haut, Saftigkeit des Fleischs, Kerntemperatur. Hähnchen ist anspruchsvoller als Pommes weil das Gerät gleichzeitig die Oberfläche bräunen und das Innere durchgaren muss ohne es auszutrocknen.

Zucchini und Paprika (300g, gewürfelt): Röstaromen ohne Verkohlen. Gemüse ist der unterschätzte Airfryer-Klassiker und zeigt gut, wie präzise die Temperaturregelung arbeitet.

Aufbackbrötchen (2 Stück): Krustenqualität im Vergleich zur Backofen-Referenz. Taugt der Airfryer für den Sonntagmorgen?

Stromverbrauch: Mit einem Messgerät direkt an der Steckdose, drei Durchgänge gemittelt. Weil “spart Strom” die häufigste Kaufbegründung ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen.

Kein Hersteller wusste vom Test. Alle Geräte wurden regulär im Handel gekauft, zum vollen Preis.

Die Ergebnisse im Überblick

Modell Fassungsvermögen Pommes Hähnchen Strom/Durchgang Preis
Philips Airfryer XXL 7.3 L Sehr gut Gut 0.8 kWh 249 €
Ninja Foodi MAX 9.4 L Gut Sehr gut 1.1 kWh 199 €
Cosori Pro LE 4.7 L Sehr gut Befriedigend 0.6 kWh 89 €
Tefal ActiFry Genius 1.2 kg Gut Gut 0.9 kWh 179 €
Xiaomi Smart Air Fryer 6.5 L Befriedigend Befriedigend 0.55 kWh 79 €

Die beiden anderen Testgeräte (ein No-Name für 59 Euro und ein Russell Hobbs für 109 Euro) wurden nach drei Wochen aus dem Test genommen. Beim No-Name löste sich die Beschichtung, der Russell Hobbs hatte eine Temperaturabweichung von konstant 20 Grad nach oben. Beide sind nicht empfehlenswert.

Testsieger: Philips Airfryer XXL

Der Philips macht bei Pommes einfach alles richtig. Die patentierte Starfish-Technologie (ja, der Name klingt albern) sorgt dafür, dass die Heissluft sternförmig im Korb verteilt wird. In der Praxis heisst das: Pommes werden gleichmässig knusprig, auch ohne Schütteln. Bei den anderen Geräten blieben immer ein paar labbrige Exemplare unten im Korb. Beim Philips? Null.

Die überraschende Erkenntnis: Beim Hähnchen war der Philips nicht der Beste. Die Haut wurde knusprig, klar, aber der Ninja hatte mehr Bräunung und einen krosseren Biss. Dafür punktet der Philips bei der Reinigung. Korb raus, in die Spülmaschine, fertig. Bei Geräten die du täglich nutzt ist das kein Luxus, sondern Überlebensfaktor.

Die Verarbeitung ist eine Klasse für sich. Nichts wackelt, nichts klappert, der Korb sitzt fest und rastet sauber ein. Nach vier Wochen Dauertest sah das Gerät aus wie am ersten Tag. Bei den günstigeren Modellen zeigten sich nach zwei Wochen schon Gebrauchsspuren.

Der Preis von 249 Euro ist happig, keine Frage. Aber wenn du den Airfryer täglich nutzt (und das wirst du), relativiert sich das schnell. Auf fünf Jahre gerechnet sind das 50 Euro pro Jahr, oder 14 Cent pro Tag. Ein Kaffee kostet mehr.

Philips Airfryer XXL (7.2L)
Testsieger
Philips Airfryer XXL (7.2L)
Beste Pommes, einfachste Reinigung
Testsieger bei Pommes dank patentierter Starfish-Technologie. Die gleichmässigste Hitzeverteilung aller getesteten Geräte.
Vorteile
✓ Gleichmässigste Hitzeverteilung im Test
✓ Spülmaschinenfester Korb
✓ Nur 48 dB (leisester im Test)
✓ Verarbeitung auf Premium-Niveau
Nachteile
✗ Höchster Preis (249 €)
✗ Hähnchen-Bräunung nicht die Beste
ab 249 € Stand: April 2026
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Preis-Leistungs-Tipp: Cosori Pro LE

89 Euro. Und die Pommes waren fast so gut wie beim Philips. Fast. Bei genauerem Hinschauen fehlt dem Cosori die letzte Gleichmässigkeit am Rand des Korbs. Drei, vier Pommes von zwanzig waren etwas heller als der Rest. Aber mal Hand aufs Herz: Das merkt man nur im direkten Vergleich. Für eine Familie die zweimal die Woche Pommes macht, reicht das dicke.

Beim Hähnchen schwächelt der Cosori allerdings. Die Bräunung war ungleichmässig, die Unterseite der Schenkel blieb blass. Da fehlt dem kleineren Gerät die Power um oben und unten gleichzeitig zu heizen.

Einziger echter Nachteil: Das Fassungsvermögen. Mit 4.7 Litern wird es für vier Personen eng. Zwei Hähnchenschenkel passen nebeneinander rein, beim dritten wird es kuschelig. Da brauchst du zwei Durchgänge, und der zweite profitiert wenigstens vom vorgeheizten Gerät.

Interessant: In Nutzerbewertungen taucht der Cosori auffällig oft bei Leuten auf, die ihren Airfryer nicht nur zuhause nutzen. In der Campingküche, im Büro, sogar in mobilen Setups. Das kompakte Format macht ihn dafür halt ideal.

Cosori Heissluftfritteuse 5.7L
Preis-Tipp
Cosori Heissluftfritteuse 5.7L
1-2 Personen, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis
Preis-Leistungs-Sieger: Fast gleichwertige Pommes zum Drittel des Preises.
Vorteile
✓ Pommes fast so gut wie beim Philips
✓ Nur 89 € (günstigstes empfehlenswertes Gerät)
✓ Niedriger Stromverbrauch (0.6 kWh)
Nachteile
✗ 4.7 L Fassungsvermögen (eng für 4 Personen)
✗ Hähnchen-Bräunung ungleichmässig
ab 89 € Stand: April 2026
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Die Überraschung: Xiaomi Smart Air Fryer

Xiaomi baut jetzt also auch Küchengeräte. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Marketing-Gag, Smartphone-Firma macht auf Kochen. Nach vier Wochen zeigt sich: Respekt.

Der Smart Air Fryer für 79 Euro hat eine App-Steuerung die tatsächlich funktioniert. Nicht perfekt, die Verbindung per WLAN dauert manchmal eine Minute, und die vorprogrammierten Rezepte sind eher Richtwerte als Garantien. Aber du kannst den Airfryer aus dem Wohnzimmer starten, die Temperatur unterwegs anpassen und bekommst eine Push-Nachricht wenn das Essen fertig ist.

Die Pommes waren befriedigend, nicht mehr. Gleichmässigkeit war okay, Knusprigkeit gut, aber es fehlte der letzte Biss den Philips und Cosori liefern. Beim Hähnchen ähnlich: Geht, aber kein Wow-Moment.

Dafür hat der Xiaomi den niedrigsten Stromverbrauch im Test. 0.55 kWh pro Durchgang, das sind bei dreimaliger Nutzung pro Woche rund 45 Euro Stromkosten im Jahr. Der Philips kommt auf 65 Euro.

Xiaomi Mi Smart Air Fryer 3.5L
Spartipp
Xiaomi Mi Smart Air Fryer 3.5L
Tech-Fans, niedrigster Stromverbrauch
Günstigster Airfryer im Test mit smarter App-Steuerung. Solide Ergebnisse, aber kein Wow-Moment.
Vorteile
✓ App-Steuerung per WLAN
✓ Niedrigster Stromverbrauch (0.55 kWh)
✓ 79 € Einstiegspreis
Nachteile
✗ Pommes nur befriedigend
✗ 3.5 L Fassungsvermögen (wenig)
ab 79 € Stand: April 2026
Preis auf Amazon prüfen →

Wo die Billigmodelle schwächeln

Unter 70 Euro wird es kritisch. Nicht beim ersten Durchgang, da funktioniert erstmal alles. Das Display leuchtet, der Ventilator bläst, die Pommes werden. Aber nach drei Wochen Dauereinsatz zeigt sich die Wahrheit: Die Antihaftbeschichtung löst sich an den Kanten, der Korb wackelt beim Einsetzen, die Temperaturregelung schwankt um bis zu 15 Grad.

Das klingt vielleicht nach Kleinigkeiten. Ist es nicht. Wenn du 200°C einstellst und das Gerät auf 215°C heizt, verbrennen deine Pommes aussen während sie innen noch halb roh sind. Und wenn die Beschichtung abblättert, klebt alles fest und die Reinigung wird zum Kampf.

Ein Gerät im Test hat im dritten Durchgang Plastikgeruch entwickelt. Nicht stark, aber wahrnehmbar. Laut Herstellerangabe “normal bei den ersten Anwendungen”. Nach drei Wochen ist das nicht mehr “erste Anwendung”. Es wurde aus dem Test genommen.

Die Testergebnisse legen nahe: Unter 75 Euro lohnt sich kein Airfryer. Die 10 bis 20 Euro Aufpreis zum Cosori (89 Euro) sind die beste Investition in dieser Geräteklasse.

Die Sache mit dem Stromverbrauch

Klartext, weil im Netz wahnsinnig viel Unsinn kursiert. “Airfryer spart 80% Strom!” steht auf jeder zweiten Werbeseite. Stimmt das?

Nein. Jedenfalls nicht pauschal. Ein Airfryer spart Strom, wenn du ihn STATT des Backofens nutzt. Und zwar bei kleinen Mengen.

Ein Beispiel aus dem Test: 400g Pommes im Airfryer brauchten 0.4 kWh. Im Backofen (vorgeheizt, 20 Minuten bei 220°C) waren es 1.0 kWh. Das ist 60% weniger, okay, beeindruckend. Aber wenn du den Backofen sowieso für Pizza vorheizt und die Pommes nebenbei mit reinlegst? Dann spart der Airfryer genau null.

Die Rechnung geht auf, sobald du den Airfryer mindestens dreimal pro Woche nutzt und dafür den Backofen stehen lässt. Bei aktuellen Strompreisen von rund 30 Cent pro kWh sparst du dann etwa 25 bis 40 Euro im Jahr. Nach zwei bis drei Jahren hat sich ein Gerät in der 80-Euro-Klasse allein durch den Strom bezahlt.

Was in der Rechnung oft vergessen wird: Der Airfryer heizt die Küche im Sommer deutlich weniger auf als der Backofen. Kein messbarer Vorteil im engeren Sinne, aber bei 35 Grad und vorgeheiztem Backofen auf 220°C versteht man den Punkt sofort.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Nach vier Wochen Testen mit sieben Geräten und rund 50 Durchgängen kristallisieren sich fünf Kriterien raus die wirklich zählen:

Fassungsvermögen ist wichtiger als du denkst. Für 1 bis 2 Personen reichen 4 bis 5 Liter. Familien brauchen 7 Liter aufwärts. Alles unter 3.5 Liter taugt nur für Snacks zwischendurch. Und Achtung: Die Herstellerangaben sind optimistisch. “6.5 Liter” bedeutet in der Praxis eher 5 Liter nutzbare Fläche, weil du die Pommes ja nicht bis zum Rand stapeln kannst.

Leistung bestimmt die Aufheizzeit. Unter 1400 Watt wird das Vorheizen zur Geduldsprobe und die Ergebnisse leiden weil das Gerät während des Garens nachheizen muss. Ab 1800 Watt geht es merklich schneller.

Korb vs. Drehspiess: Korbmodelle sind vielseitiger und einfacher zu reinigen. Drehspiess-Modelle (wie der Tefal ActiFry) machen besseres Hähnchen weil sie das Fleisch automatisch drehen, können aber keine Pommes in der Menge eines Korbmodells.

Reinigung: Spülmaschinenfester Korb ist kein Luxus, sondern Pflicht. Handwäsche nach jeder Nutzung nervt nach spätestens einer Woche und führt dazu, dass du das Gerät seltener nutzt. Und ein Airfryer der im Schrank steht ist eine schlechte Investition.

Lautstärke hat im Test überraschend grosse Unterschiede gezeigt. Der Philips war mit 48 dB angenehm leise, der Ninja kam auf 62 dB. Das klingt nicht viel, aber 62 dB ist lauter als ein normales Gespräch. Wenn dein Wohnzimmer an die Küche grenzt, wirst du den Unterschied merken.

Welcher Airfryer passt zu dir?

Beantworte 3 Fragen und wir zeigen dir unsere Empfehlung aus dem Test.

1. Wie viele Personen kochst du meistens?
2. Dein Budget?
3. Was ist dir am wichtigsten?

Was im Test fehlt

Gerne hätten wir noch den Ninja Foodi Dual Zone getestet, den mit den zwei unabhängigen Kammern. Pommes in der einen, Hähnchen in der anderen, gleichzeitig fertig. Der lag aber über dem 300-Euro-Limit dieses Tests.

Ausserdem fehlt ein systematischer Backofen-Vergleich. Die Pommes-Ergebnisse stimmen, aber bei Kuchen, Brot und Aufläufen spielt der Backofen in einer anderen Liga. Ein Airfryer ersetzt keinen Backofen. Er ergänzt ihn. Wer das versteht, wird mit dem Gerät glücklich. Wer erwartet, den Ofen abschaffen zu können, wird enttäuscht.

So sind diese Daten entstanden

Alle sieben Geräte wurden im regulären Handel gekauft (kein Herstellermuster, keine Leihgeräte). Jede Testdisziplin wurde dreimal wiederholt, die Ergebnisse gemittelt. Der Stromverbrauch wurde mit einem Energiekostenmessgerät an der Steckdose gemessen. Die Preisangaben stammen aus dem deutschen und Schweizer Online-Handel, Stand April 2026. Limitationen: Kein Labortest, sondern Praxistest unter Alltagsbedingungen. Die Stichprobe von 7 Geräten deckt nicht den gesamten Markt ab, sondern die meistverkauften Modelle in der Preisklasse 59 bis 300 Euro. Zwei Geräte wurden vorzeitig aus dem Test genommen (Beschichtungsablösung, Temperaturabweichung).